Kiosk: Von Paris nach Köln
Ein Kiosk (aus dem Französischen „kiosque“, dem Türkischen „kyösk“ und dem Mittelpersischen „koschk“) war ursprünglich ein offener, freistehender Lustpavillon in Gärten. Kioskartige Gebäude gibt es seit dem 13. Jahrhundert in Persien, Indien und im Osmanischen Reich. Im 19. Jahrhundert gab es erste Kioske als Verkaufspavillons in den Parks von Paris, später auch auf den Boulevards.
Zunächst wurden nur Zeitungen und Blumen verkauft, später auch Erfrischungen. In Deutschland wurden an den Zeitungsständen zudem Tabak, Süßes und Getränke verkauft. Im Ruhrgebiet und im Rheinland werden sie auch Trinkhalle (mit Ausschankerlaubnis), Bude oder Büdchen genannt.
In Köln wurden die ersten Kioske 1891 durch den Tafelwasserfabrikanten Carl Nebgen auf den Kölner Ringen und an den Ausfallstraßen erbaut. Das Aufstellen von Trinkhallen, in denen die Städter Mineralwasser für fünf Pfennig pro Glas bekamen, galt vor allem im Sommer als „ein Bedürfnis des städtischen Lebens“. Die Verzierungen und Spitzdächer der Holzpavillons muteten orientalisch an.
(Quelle: KStA, 27.07.2007)